 | Mietwohnung |
Anonymous schreibt "Für viele Bundesbürger ist die Mietwohnung nur Zwischenstation zum eigenen Haus.
Die Zahlen sprechen für sich. Nach einer aktuellen emnid-Umfrage würden 57 Prozent der Mieter lieber in den eigenen vier Wänden wohnen als weiterhin Miete zu zahlen. Nur eine Minderheit von 21 Prozent will weiterhin auf jeden Fall Mieter bleiben. Dabei handelt es sich meist um ältere Menschen, die sich an diese Wohnsituation gewöhnt haben. Anders verhält es sich mit den Befragten unter 30 Jahren: 80 Prozent der Mieter wünschen sich ein eigenes Heim.
Hier der Wunsch, dort die Wirklichkeit: Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Die monatliche Miete ist ein überschaubarer Betrag, bei den Kosten für Haus- oder Wohnungskauf hingegen wird manch einer erst einmal schlucken.
Bei genauerem Hinsehen jedoch wird klar: Auf Dauer rechnet sich der Wohneigentumserwerb. Wer über 25 Jahre nur 500 Euro monatlich für Miete ausgibt, der zahlt insgesamt eine Viertelmillion Euro. An den Vermieter wohlgemerkt. Eine stolze Summe, die sich ebenso in eine eigene Immobilie investieren lässt.
Die Rahmenbedingungen dafür sind derzeit vorteilhaft. So ist das Bauen in Deutschland heute so günstig wie vor zehn Jahren, vielerorts sind die Einstiegspreise für Neubauten sogar gesunken. Zusätzlich ist die monatliche Belastung der Käufer dank der historisch niedrigen Hypothekenzinsen gesunken.
Zahlte eine vierköpfige Familie vor zehn Jahren für ein Reihenhaus durchschnittlich noch über 1 200 Euro für Zins und Tilgung, was einem guten Drittel des monatlichen Nettoeinkommens entsprach, so sind es heute gerade noch 700 Euro - ein Betrag, der meist weniger ausmacht als die monatliche Miete.
Wer selbst nicht bauen will, dem bleibt immer noch die Möglichkeit, eine gebrauchte Immobilie zu erwerben. Jährlich wechseln allein in Nordrhein-Westfalen rund 130.000 Wohnungen aus zweiter Hand den Besitzer: Der Bestandsimmobilienmarkt im Lande boomt.
Der Erwerb von Wohneigentum hat vor allem im Hinblick auf die Altersvorsorge an Bedeutung gewonnen. Das Rentenniveau sinkt kontinuierlich, zudem muss die Inflation mit berücksichtigt werden. Diese lag in den vergangenen 50 Jahren im Durchschnitt 2,8 Prozent pro Jahr. Selbst bei einer durchschnittlichen Inflationsrate werden hundert Euro in 30 Jahren - gemessen an der heutigen Kaufkraft – nur noch 55 Euro wert sein. Dagegen sind die eigenen vier Wände inflationssicher und ein solider Baustein zur Altersvorsorge.
Hauseigentümer haben bei ihrem Renteneintritt ein größeres Vermögen und damit einen höheren Lebensstandard im Vergleich zu Mietern. Eine Studie des Empirica-Instituts kam zu dem Schluss, dass Rentner im Durchschnitt 28 Prozent ihres Ruhegeldes für Miete und Nebenkosten ausgeben müssen, während Immobilieneigentümer, die ihr Haus abbezahlt haben, gerade einmal elf Prozent ihrer Rente für Wohnkosten aufwenden müssen.
Eigentümer sind zudem die konsequenteren Sparer: Bis zum Renteneintritt kommt bei ihnen im Durchschnitt ein Vermögen von 200.000 Euro zusammen, bei Mietern sind es lediglich 40.000 Euro. Wer ein Eigenheim finanzieren muss, der ändert sein Konsumverhalten, der ist disziplinierter bei Ausgaben. Das ändert sich in der Regel auch nicht, wenn die eigenen vier Wände abbezahlt sind.
Wenn die Entscheidung für das Eigentum erst einmal gefallen ist, dreht sich alles nur noch um eine Frage: Haus oder Wohnung? Vorstellungen und Wünsche lassen sich oftmals nicht in Worte fassen - und haben manchmal auch nichts mit der Realität zu tun. Es empfiehlt sich, strukturiert vorzugehen und frühzeitig zu planen, denn sonst droht der Traum vom Eigenheim ein Albtraum zu werden.
An erster Stelle steht die Frage nach der Finanzierung: Das erträumte freistehende Einfamilienhaus ist natürlich teurer als ein Reihenhaus oder - das wäre die günstigere Variante – eine gebrauchte Wohnung. So sollten sich Interessenten zunächst ein Bild vom Immobilienmarkt machen und prüfen, welches Angebot überhaupt bezahlbar ist.
Selbstverständlich sollte man sich auch frühzeitig im Klaren darüber sein, wie viel Platz überhaupt notwendig ist: Reicht eine großzügig geschnittene Wohnung oder sollte es ein Haus sein? Dabei spielt natürlich die Frage der Lebens- und Familienplanung eine besondere Rolle.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: die Lage des Objekts. Ein Eigenheim kann noch so schön sein - wenn es keine gute Verkehrsanbindung gibt und das Wohnumfeld sozial unausgewogen ist, wird die Wohnqualität beeinträchtigt. Wer sich für eine gebrauchte Immobilie entscheidet, sollte die Bausubstanz ganz genau unter die Lupe nehmen. Da ist das Honorar für einen Sachverständigen - je nach Aufwand bewegt es sich zwischen 500 und 1000 Euro - gut angelegtes Geld.
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